UX und UI: Das macht den Unterschied

Die Begriffe UI (User Interface) und UX (User Experience) sind sehr eng miteinander verbunden. Viele wissen um den feinen aber entscheidenden Unterschied zwischen den beiden Aspekten des Produktdesigns. Doch worin genau der entscheidende Unterschied besteht, können viele auf Anhieb nicht beschreiben. Wir haben daher einmal detailliert zusammengefasst, worin sich die beiden Konzepte letztlich unterscheiden und worauf es bei UI und UX im Einzelnen ankommt. So bleibt das Rätsel um UX vs UI nicht länger ein Mysterium des professionellen Produktdesigns.

Unterschied UX und UI

Im Alltag verschwimmen häufig die Grenzen zwischen UX vs UI. Die Begriffe werden oft fälschlich synonym verwendet oder in unklaren Kontexten benutzt. Dabei gibt es entscheidende Unterschiede, deren Verständnis für erfolgreiches Produktdesign im Sinne des Users unbedingt zu beachten sind. Im Kern geht es beim Unterschied von UX und UI um den Unterschied bei der visuellen Wahrnehmung einer Website oder einer App auf der einen Seite und dem Gefühl des Users bei der Verwendung. Beides hängt sicherlich stark zusammen, was auch der Grund dafür ist, dass User Interface Designund User Experience Design oft gemeinsam verwendet werden. Die Unterschiede sind bei der erfolgreichen Gestaltung einer Webanwendung allerdings besonders entscheidend.

Was bezeichnet User Interface oder UI?

Beim UI-Design oder User Interface Design geht es um die visuelle Wahrnehmung einer Webanwendung beim Benutzer oder User. Es geht um bestimmte Farben und Formen, aber auch darum, wo bestimmte Buttons auf einer Navigationsleiste angeordnet sind, wie sich Icons auf der Seite ähneln oder unterscheiden und wie einheitlich die Optik der gesamten Anwendung aufgebaut ist. Gleichzeitig sollen Eingabefelder in Formularen und die Gesamt-Optik von Eingabeseiten gleichzeitig ästhetisch ansprechend und in erster Linie auch praktisch gestaltet sein, um einen optimalen Eindruck beim User zu hinterlassen. Das User Interface bestimmt somit über die Oberfläche, auf der ein Benutzer mit der Anwendung interagiert. Es entscheidet darüber, wie leicht einem Nutzer die Navigation erscheint und wie angenehm der User die Interaktion mit der Maschine empfindet. Zentrale Ziele des User Interface Design sind eine intuitive, angenehme, und effiziente Nutzererfahrung.

UI: Schnittstelle für eine optimale Mensch-Maschinen Interaktion

Letztlich geht es beim User Interface um die optimale Gestaltung der Interaktionsoberflächen zwischen Mensch und Maschine. In der Welt der Webanwendungen wird hier weiterhin zwischen zwei Aspekten unterschieden. Einerseits geht es um die Optimierung des Graphical User Interface. Hiermit ist die Oberfläche selbst gemeint, auf der ein User mit Maus, Tastatur oder Fingerbefehlen navigiert. Daneben gibt es auch das Web User Interface. Dabei geht es um die Gestaltung von Oberflächen, die dem Benutzer über das Internet auf einem Web Browser angezeigt werden.

Was bezeichnet User Experience oder UX?

Nachdem wir nun genau spezifiziert haben, was im Webdesign mit User Interface gemeint ist, kommen wir nun dazu, was gemeinhin als User Experience bezeichnet wird. Dabei dürfte schnell klar werden, dass es entscheidende Unterschiede zwischen diesen beiden Aspekten des Webdesign gibt. Gleichzeitig zeigt sich jedoch auch, wie eng diese beiden Konzepte zusammenhängen und dass ein guter User Interface Designer ohne gute Kenntnisse der User Experience Anforderungen nicht auskommt.
Bei der User Experience geht es vor allem und die Gefühle, Einstellungen und Ansichten, die eine Person gegenüber einem Produkt oder einer Dienstleistung als Ganzem hat. Hier steht also die Usability und die intuitive Bedienung der Anwendung im Vordergrund. Eine User Experience ist dann erreicht, wenn der Benutzer bei der Anwendung insgesamt ein gutes Gefühl bekommt. Hier wird schnell klar, dass es sich bei der User Experience um einen sehr subjektiven Eindruck des Produkts handelt. Er wird geprägt von den Einstellungen und Erfahrungen der User, aber auch von den konkreten Zwecken und Erwartungen, mit denen Nutzer an die Verwendung des Produkts herangehen. Daher ist für ein erfolgreiches User Experience Design absolut notwendig, Zielgruppe und Typen von Nutzern genau zu identifizieren und deren Eigenheiten zu kennen.

User Interface und User Experience zusammen denken

Der Unterschied UX und UI wurde nun eingehend beleuchtet. Aus den vorangegangenen Abschnitten dürfte bereits klar geworden sein, dass User Interface ohne User Experience nicht zu denken ist. Wir wollen daher noch einmal genauer darauf eingehen, wie die beiden Bereiche harmonisch zusammen gedacht werden können, ohne dass dabei die Unterschiede verschwimmen. Selbstverständlich ist, dass ein schönes Produkt keinerlei Vorteil hat, wenn man es nicht benutzen kann oder die Benutzung derart umständlich ist, dass der User bereits nach wenigen Schritten verzweifelt aufgibt. Klar ist auch, dass eine nutzerfreundliche Navigation wenig hilft, wenn das Produkt nicht ansprechend gestaltet ist. Dennoch gibt es Punkte, in denen Ästhetik und Usability konfligieren. Manchmal ist die schönste Produktgestaltung eben nicht die am leichtesten zu bedienende. Und in manchen Fällen muss schlicht deshalb auf Ästhetik verzichtet werden, weil der Zweck der User so komplex ist, dass gestalterische Spielräume beschränkt bleiben. Gerade in diesen Grenzfällen ist es entscheidend, User Interface und User Experience gemeinsam zu denken und Konflikte sorgfältig zu identifizieren und auszuräumen. Das fertige Produkt muss in jedem Fall den hohen Ansprüchen der User genügen und die machen in der Regel weder bei ihrer Gesamterfahrung noch bei der Produktgestaltung gerne Abstriche.

Größte Gemeinsamkeit: Immer der User im Fokus

User Interface Design und User Experience Design liegt eine zentrale Auffassung zugrunde: Das Produkt muss immer im Sinne der Benutzer gestaltet sein. Diese Erkenntnis lag vor allem der Webentwicklung nicht schon immer zugrunde. Lange hatten technische Entwickler das Sagen, die wenig auf die Bedürfnisse von weniger technisch versierten Usern interessiert waren. Doch Unternehmen haben mittlerweile die Relevant erkannt, Produkte nicht länger am Kunden vorbei zu entwickeln. Das hat UX und UI einen enormen Aufschwung verschafft. Diese neue Einstellung in der Webentwicklung hat auch zu einer verstärkten Ausbreitung von User Research (UR) in vielen Bereichen beigetragen. Erste Bedingung für ein erfolgreiches UX Konzept ist schließlich, den User zu kennen und seine Intentionen und Erwartungen abschätzen zu können. Ein Effekt davon ist auch, dass Produkte nicht mehr in unabhängigen Einzelschritten programmiert werden. Hier ist es besonders wichtig, das gesamte Nutzererlebnis zu steuern und einheitlich gute Usability über das gesamte Produkt hinweg zu garantieren. Nur so bleibt der User zufrieden und können UI und UX perfekt harmonieren.

Fazit: UX vs UI ist ein Thema von Differenz und Harmonie

Zunächst haben wir erfolgreich den Unterschied zwischen UX und UI herausgearbeitet. Jeder sollte nun leicht erklären können, dass beim User Interface die Gestaltung des Produkts im Vordergrund steht, während es bei der User Experience konkret um die tatsächliche Erfahrung der User mit dem Produkt geht. Diese beiden Konzepte sollten keinesfalls in einen Topf geworfen werden. Liegt der Fokus nämlich nur auf einem Aspekt, kann eine nutzerfreundliche Webentwicklung nur scheitern. Letztlich müssen UX und UI zusammen funktionieren, indem Aspekte beider Bereiche ineinander verwoben werden. Dabei muss immer das gesamte Produkt im Blick bleiben und der Fokus muss auf den individuellen Charakteren der User beruhen. Ohne User Research als perfekte Grundlage funktioniert somit weder UI-Design noch UX-Design.